ARAGOKE® - Eine besondere Koi Varietät

Die Bedeutung und der Ursprung des Namens Aragoke®

Die Herleitung des Namens geht auf eine vor vielen Jahren von der Samudra Koifarm entwickelten Blutlinie zurück. Das Wort "arah" ist aus dem Indonesischen oder auch Javanischen mit "Richtung" zu übersetzen, im Sanskrit jedoch bedeutet es auch "Ziel". Das Wort "Goke" ist aus dem Japanischen übernommen und heißt soviel wie "Schuppe". In einem japanischen Standardwerk von 2007 (Erstveröffentlichung „Nishikigoi Mondo“ in Japan von Satoru Hoshino und Shuji Fujita / Übersetzung ins Englische 2009) wird auf Seite 48 das Wort "mudagoke" bei normal beschuppten Koi (also Wagoi) verwendet. Es wird eine große Schuppe umschrieben, die bei einem normal beschuppten Koi natürlich nicht gewünscht ist. Das Wort "muda" bedeutet nutzlos, weil es den Wert des Fisches extrem mindert.
Aus diesem Zusammenhang ist das Wort "goke" entnommen. Und nun wird es kombiniert mit einem positiv geprägten Wort, das richtungsweisend und zielführend ist: "arah".
Damit ist der Blutlinie ein Name gegeben, der auf ein züchterisches Ziel weisen soll. Das Ziel der Zucht dieser Blutlinie war eine Art von Drachenbeschuppung mit ganz eigenen Qualitätsmerkmalen, auf die später eingegangen werden soll. Der Züchter spricht heute selbst manchmal auch von seinen "Naga Air", was übersetzt "Wasserdrache" bedeutet. Dies ist bildhaft gemeint.

 

Wenn man das Internet oder die Social Media Quellen durchsucht, so findet man "Aragoke®" als Zuchtlinie schon seit 2014 oder auch früher aus Indonesien von der Samudra Koifarm belegt. Die ersten Importe von Aragoke® dieser Farm kamen erstmals im Januar 2017 nach Europa und erhielten schnell weltweite Aufmerksamkeit. Aus Japan wurde zu dieser Zeit nie der Name in Verbindung mit einem "Doitsu Goi" öffentlich dokumentiert.

Erste Veröffentlichung auf Facebook 2014

Erster belegter Post auf FB von Aragoke aus der Samudra Gruppe vom 03.04.2014
Erster belegter Post auf FB von Aragoke aus der Samudra Gruppe vom 03.04.2014
Ein weiterer Post auf FB von Aragoke aus der Samudra Gruppe vom 06.09.2014
Ein weiterer Post auf FB von Aragoke aus der Samudra Gruppe vom 06.09.2014
Ein weiterer Post auf FB von Aragoke aus der Samudra Gruppe vom 16.11.2014
Ein weiterer Post auf FB von Aragoke aus der Samudra Gruppe vom 16.11.2014

zitiert aus Facebook von Khusnul Koi 03.04.2014

zitiert aus Facebook von Khusnul Koi 06.09.2014

zitiert aus Facebook von Khusnul Koi 16.11.2014


Fakt ist, dass es diese "Doitsu" Beschuppungsart bei einer Zucht immer wieder gibt. In Japan wurden diese Nachkommen ausselektiert. In Indonesien hat sich die Samudra Koifarm vor Jahren damit beschäftigt, eine eigene Blutlinie daraus zu entwickeln, die auf der Herausarbeitung besonderer Merkmale von Doitsu Kawarimono basiert.

 

Der Unterschied liegt also ganz einfach hier:
In Japan waren diese Formen von Beschuppungen bei Koi ungewollt.

In Indonesien (in Blitar auf Jawa) traf diese Beschuppung auf Wohlwollen. 
Dort entwickelte man daraus eine Blutlinie, nämlich die Aragoke®.

Der Name "Aragoke®" ist seit 2018 in Europa und später auch in der Schweiz als Wortmarke geschützt.

Die KGB - Koi Grünpflanzen Bonsai - Kaiser/Lemke GbR hat seit 2017 das alleinige europaweite Vertriebsrecht dieser Koi.

 

Im November hat ein Aragoke® Soragoi von der Samudra Koifarm auf der Koishow Bupati Magetan den Gand Champion F gewonnen.

Die Besonderheiten der Beschuppung und die Qualitätsmerkmale der Aragoke® Blutlinie

Ziel in der langjährigen Aragoke® Blutlinie waren folgende Qualitätsmerkmale, die dem heutigen Aragoke®, egal mit welchem Typ von Beschuppung er auftritt, seinen unverkennbaren Wiedererkennungswert gibt:

1. Der Glanz und die absolute Gleichfarbigkeit von Kopf und Beschuppung
Die Basis der Blutlinie von Aragoke® ist der Kawarigoi, also der nicht metallische Koi, der sonst in keiner anderen Oberklasse der Koi Varietäten einzuordnen ist. Hierzu gehören z.B. alle nicht metallischen einfarbigen Koi wie Chagoi, Soragoi, Midorigoi, Karashigoi etc.

Ein sehr großer Unterschied zu den japanischen Kawarigoi liegt bei den indonesischen Verwandten darin, dass sie einen leichten halbmetallischen Schimmer besitzen, ohne dabei beispielsweise einen metallischen Mukashi Ogon eingekreuzt zu haben. Das Gen für den leichten halbmetallischen Schimmer haben die Kawari in Indonesien wohl durch das Einkreuzen ihres Naturkarpfens erhalten. Durch diesen leichten halbmetallischen Glanz besitzt der Kopf und der Körper die selbe Farbe. Besonders sichtbar ist es meist bei einem einfachen Soragoi: Die indonesische Variante ist komplett grau/blau durchgefärbt, die japanische Variante hat oft einen eher beige gefärbten Kopf, der sich vom Körper abhebt.
Genau hier ist ein Schwerpunkt in den Merkmalen der Aragoke® Blutlinie zu sehen:
Der Kopf und die großen Doitsu Schuppen weisen identische Farben auf und bilden eine homogene Linie.

In der Blutlinie der Aragoke® sind die unterschiedlichsten Kawarigoi eingekreuzt. Selten sieht ein Aragoke® so aus wie sein Geschwister, sie unterscheiden sich oft zwar nur in Nuancen, aber ein grün beschuppter Aragoke® Midorigoi kann einen leichten grün Schimmer haben, oder auch eher in einem gold/gelb strahlen. Dies macht jeden einzelnen Aragoke® zu einem einzigartigen Kunstwerk mit immer kleinen aber feinen Unterschieden in der Farbnuancierung.
Durch den ganz leichten metallic Glanz erhält der Koi einen zusätzlichen Schimmer, der umso mehr betont wird, wenn die Schuppen Ginrin aufweisen, da nicht nur die Schuppe glitzert, sondern auch die Haut einen leichten Glanz zeigt.

Dieser leichte halbmetallic Glanz zeigt sich auch in den Flossen. Oft wirken diese wie Seide, sie haben einen leichten Schimmer, der bei sehr dunkel gefärbten Aragoke® manchmal sogar fast hell metallisch wirken kann.

Klassische Kawarimono der indonesischen Samudra Koifarm mit leichtem halbmetallic Glanz

2. Der Kontrast von Schuppen und Haut

Die heutige Aragoke® Linie weist immer einen starken Kontrast von Haut und Schuppen auf. Hier kommt es darauf an, welcher Kawarigoi in der Zucht dominiert. Ein Aragoke® Midorigoi kann goldene Schuppen und einen goldenen Kopf haben, die Haut jedoch strahlt in einem blau/grau oder grün/grau. Ein Aragoke® Tembaga Chagoi hat braune oder Kupfer/rot/braune Schuppen und Kopf, und die Haut steht in einem fast schwarzen Kontrast dazu. Ein Aragoke® Soragoi hat fast schwarze Haut, die Schuppen und der Kopf sind grau/blau.

Dies in Verbindung mit den Flossen, die halbmetallisch schimmern, zeigen, dass diese Blutlinie sehr ausgearbeitet ist, und den Aragoke® eine unverkennbare Ausstrahlung verleihen.

Durch diese einzigartigen Kontraste scheint der Aragoke® optisch eine weitere Dimension zu erhalten.

 

3. Der Charakter - Es gibt handzahme Koi - Und es gibt Aragoke®

Der heute in Europa bekannte Aragoke® von der Samudra Koifarm zeichnet sich nicht nur durch seine Beschuppungsart und durch seine unsagbar vielschichtigen Farbnuancen und Kontraste aus, sondern auch durch seinen Charakter, der fest in der Blutlinie verankert ist.

Die Aragoke® sind tatsächlich nicht einfach nur mit handzahm zu beschreiben. Es ist eine sehr verspielte Varietät, die nicht nur auf Futter reagiert, sondern auf den Menschen als Spielpartner. Dies ist absolut neu im Bereich der Koizucht, da es sich tatsächlich um eine in der Zucht immer weiter vererbte Charaktereigenschaft handelt.

Von vielen Kawarimono kennt man den opportunistischen Charakter, was bedeutet, dass der Koi an die Hand des Menschen kommt, weil er auf Futter hofft. Anders ist es bei den Aragoke®, sie hoffen auf Unterhaltung.

Ein einziger Aragoke® reicht oft aus, egal welche Größe oder welches Alter er hat, um einen kompletten Koi Bestand zu beruhigen.

Diese einzigartige Eigenschaft ist hervorzuheben, weil sie untrennbar in der Zucht der Aragoke® der Samudra Koifarm verbunden ist.

 

 

Aragoke® hat sich bei den Menschen seit einigen Jahren also nicht nur mit seinem besonderen Erscheinungsbild eingeprägt, sondern auch mit seinem Charakter, den man sofort mit diesem Namen verbindet.

 

4. Die verschiedenen Typen der Beschuppung

Bei den heutigen Aragoke® aus Indonesien handelt sich im Erscheinungsbild tatsächlich um einen "Drachenkoi".
Die Zucht ist dort seit sehr vielen Jahren dahingehend weiterentwickelt worden, dass es 3 unterschiedliche Formen von Aragoke® Beschuppungen in der Blutlinie gibt:



a. Es gibt die klassische fullscale Aragoke® Beschuppung. Hier sind die großen Doitsu Schuppen in einer starken Regelmäßigkeit über den ganzen Körper des Koi verteilt.

b. Es gibt die Beschuppung mit einer Rückenzeile. Diese sollte im besten Fall absolut perfekt sein, und besonders bei einer Ginrin Beschuppung auch in der Qualität des Ginrin nicht im Schulterbereich schwächer werden. Gewünscht sind immer die besonders großen Doitsu Schuppen, also nicht vergleichbar mit den klassischen Doitsu.

c. Es gibt die Aragoke® Linie mit einer Beschuppung mit drei Zeilen, also auf dem Rücken eine Zeile, sowie auf den beiden Seitenlinien des Koi jeweils eine weitere. Auch hier gilt nach dem Zuchtstandard von Samudra: Die Schuppen sollten größer sein, als bei den herkömmlichen Doitsu Goi.

Die Blutlinien der Aragoke® im Bereich der Kawarimono von der Samudra Koifarm sind inzwischen für alle drei Beschuppungsarten so alt, dass in einer Zucht kein einziger Wagoi mehr auftaucht!

Die Historie der Aragoke® von Samudra

Vor der Einführung der ersten Aragoke® im Januar 2017 waren in Europa nur klassische Doitsu und Doitsu Ginrin Varietäten aus Japan bekannt.

Diese Varietäten waren entweder voll metallic (z.B. Doitsu Ginrin Kin oder Gin Kabuto, Doitsu Ginrin Mukashi Ogon) oder eben aus der Kawarimono Klasse einfache nicht metallische Koi (z.B. Doitsu Ginrin Chagoi oder Soragoi). Der Unterschied soll in den nächsten Bildern aufzeigen, dass die Ausstrahlung in allen Merkmalen sehr unterschiedlich zu der Aragoke® Linie ist.
Bei den metallischen Doitsu Varianten sind Kopf und Haut durchgefärbt, die Schuppen zeichnen sich ab. Der Aragoke® hat die selbe Farbe von Kopf und Schuppe, jedoch zeichnet sich bei ihm die Unterhaut ab, wodurch optisch eine homogene Linie erzeugt wird.
Der nicht metallische Koi zeigt eine andere Kopffarbe auf.
Es fehlt die neue Dimension des echten Aragoke®, die nur durch den besonderen Glanz und vor allem durch den starken Kontrast der Unterhaut zu Schuppen und Kopf entsteht.

Ein Aragoke® ging viral durch Facebook. Züchter: Khusnul Koi - Mitglied der Samudra Koifarm

zitiert aus Facebook von Khusnul Koi / private Kommunikation mit Khusnul Koi auf Messenger

Und so begann die Zucht einer neuen Koi Blutlinie der Aragoke®:

Vor vielen Jahren hat die Samudra Koifarm in der Zucht von klassischen Tembaga (=Kupfer, weil eben halbmetallic) Chagoi, also Wagoi mit normaler Beschuppung, einige Doitsu als Nachkommen gehabt. Eben Doitsu mit großen und wild versprengten Schuppen. Dies erschien dem Züchter als würdig, diese Beschuppung in einer eigenen Blutlinie weiter zu entwickeln und zu perfektionieren.

Sehr viele Jahre wurden investiert, um aus diesem Zufall, diesem Sonderling in einer normalen Wagoi Zucht eine eigene Blutlinie zu schaffen. Es wurden viele verschiedene Doitsu Kawarigoi miteinander verpaart. Immer mit dem Ziel, einen einzigartigen Koi mit außergewöhnlichen Merkmalen und einer echten und perfekten "Drachenbeschuppung" zu erschaffen.

Die heute unverkennbaren Merkmale eines Aragoke® aus dieser Blutlinie wurden bereits oben erwähnt.

Die Anfänge und Weiterentwicklung in der Aragoke® Blutlinie

zitiert aus Facebook von Khusnul Koi 06.09.2014


In der Aragoke® Zucht ist es durch all die unterschiedlichsten Kawari Verpaarungen innerhalb der Blutlinie heute dazu gekommen, dass es von einem Aragoke® niemals ein Ebenbild gibt. Jeder unterscheidet sich von dem Anderen. Es sind die starken Kontraste von der Doitsu Haut und den Schuppen, die bemerkenswerter Weise immer den gleichen Farbton haben wie der Kopf, wodurch es dem Koi eine farblich durchgehende Linie von Kopf bis Schwanz verleiht. Bemerkenswert sind auch die verschiedensten Farbnuancen, die in einer Zucht bei jedem einzelnen Aragoke® durchkommen. Mal ist es ein eher grünlicher Farbton eines Midori, mal ist es eher ein leichter Hang zu einem Chagoi.

 

Die Farbnuancen sind nicht zufällig, sie sind nur unendlich vielfältig. Das macht heute das Bild des gezielt gezüchteten indonesischen Aragoke® der Samudra Koifarm aus. Es ist in dieser ursprünglichen Zucht der Kawari Aragoke® nicht mehr nur die "geordnete wilde" Beschuppung als Besonderheit hervorzuheben, sondern der Glanz der vielen verschiedenen Kawarimono mit indonesischem Ursprung. Ein Farbspektrum gepaart mit diesem ganz besonderen Charakter, das macht einen echten Aragoke® von Samudra einzigartig und verleiht ihm einen Wiedererkennungswert, der weit über Europa hinaus geht.